#1 Ent-Hospitalisierung: wie möglich? von Nyka 20.12.2012 21:47

Hallo, ein Thema, das sicher viele Psychiatrie-Erfahrene außer mir betrifft: was mache ich, wenn ich monatelang in der Klinik war, es geht mir insofern besser, als dass die emotionale Katastrophe sich beruhigt hat, aber in der Klinik sind Sachen passiert, Umgang mit Pflegern, die über meinen Kopf hinweg entschieden haben, die auf autoritäre Weise mit mir geredet haben, und das ist jetzt in mir drin, dieses "wenn der oder die das nicht gegen meinen Willen oder mein Bedürfnis entschieden hätten, wäre ich nie gesund geworden/ hätte ich nie meinen Schulabschluß geschafft" etc. p.p. Wisst ihr was ich meine? Bei mir ist das so, seit meinem 1. Klinikaufenthalt zur Zeit vor dem Abi. Und seitdem denke ich auch, dass ich nur in einer Klinik gesund werden kann. Bzw ich dachte es. Inzwischen ist der Punkt erreicht, wo ich es körperlich spüre, dass ich psychisch unbeweglicher geworden bin, und das ist seit einer bestimmten Morgenrunde in EM vor einem halben Jahr extrem geworden. Wie wird man sowas wieder "los"? Nyka

#2 RE: Ent-Hospitalisierung: wie möglich? von Any47111 26.12.2012 08:52

Hallo Nyka,
vor allem, wenn der Klinikaufenthalt lange gedauert hat, braucht es eine Zeit, bis es wieder möglich ist wie vorher seinen Alltag zu leben. Es sind wenige, die das nicht mehr hinbekommen. Und wenn, dann gibt es auch dann Hilfen wie Sozialpsychiatrischer Dienst, Ambulant Betreutes Wohnen und so weiter. Die Zeit deckt oft die Wunden zu. Manches wird aber ein Leben lang nicht mehr vergessen.
Ich denke gerade anders herum: bei den heutigen kurzen Verweildauern in der Akutpsychiatrie, kann man nur zuhause wieder gesund werden. Die Klinik ist nur dazu da zu stabilisieren. Klar braucht man das auch, aber es kommt darauf an, was man sich für ein ambulantes Hilfenetz aufbaut, wenn man dieses noch braucht. Wichtig ist, dass man Leute hat, mit denen man offen über seine Erfahrungen reden kann und bei denen man das Gefühl hat, dass sie einen verstehen. Die Selbsthilfe hat mir da sehr geholfen. Aber auch Sozialarbeiter und Psychologen können sehr hilfreich sein.
Ich glaube, ich habe von deinem Beitrag nicht alles verstanden. Vielleicht schreibst du mir nochmal, wo ich falsch liege.
Liebe Grüße
Rainer

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